Mittwoch, 24. Mai 2017

ÜBERSICHT - Aktuelles, Feste, Bibliothek, Projekte, Kooperationen (aktualisiert)



1.  AKTUELLES


2.  InterReligiöse Bibliothek (IRB) 

  






3.  (Inter)-Religiöse Einrichtungen und Projekte






Alle Texte und Bilder nach den Lizenzbedingungen von Creative Commons 

--- Frauenbilder in den Religionen (Seminar) ---



Das "Bild der Frau" in den religiöser Traditionen hat unterschiedliche Entwicklungsstufen, Abgrenzungen, Diskriminierungen und Visionen erlebt. Matriarchalische Strukturen und patriarchalische Gottesbilder haben die religiöse Entwicklungsgeschichte geprägt. In diesem Seminar geht es darum, wichtige Quellentexte zu befragen und theologische Veränderungen traditioneller Frauenbilder in verschiedenen Religionen wahrzunehmen. Die eigene Sichtweise beeinflusst direkt und indirekt unser alltägliches Verhalten und unsere Bildungsziele in Schule und Gesellschaft. 

Beispiele aus Vergangenheit und Gegenwart aus folgenden Religionen

werden in diesem Seminar an der TU Dortmund (SoSe 2017) vorgestellt: 
Antike Religionen, Christentum, Judentum, Islam, 
Buddhismus, Japan

Seminarprogramm --- Planung: hier
Nr. 146106
mittwochs 14.00 - 16.00 Uhr

Aktive Mitarbeit: Planung der Referate s.u.
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I. Muttergöttinnen,
   Maria und die weibliche Seite Gottes


1. Sitzung, 19.04.2017: Einführung - Planung - Orientierung 

Die Universität - Alma Mater = die [mit Wissen] nährende Mutter


Das Innerste ist keine Festung, die man im Sturm oder mit Gewalt einnehmen kann,
sondern ein Reich des Friedens,
das nur durch Liebe gewonnen werden kann.
Jeanne-Marie Guyon du Chesnoy (1648-1717),   geborene Bouvier de La Motte, genannt Madame Guyon, französische Mystikerin, trat für  den Quietismus ein, wodurch sie mit der Kirche in Konflikt geriet; mehrfach inhaftiert, verfasste Kommentare zum Alten und zum Neuen Testament

2. Sitzung: 26.04.17: Religionen der Antike - matriarchale Strukturen

Ein Bild, so tief verborgen, es strahlt nun auf, ragt hoch empor ... dort,
wo des Lebens lebendige Höhe Geheimes verkündet.  Hildegard von Bingen (1098-1179)


3. Sitzung: 03.05.17: Eva, Lilith, Ruth und Maria

O heilsamer Weg ... Du führest auch unseren Geist in die Weite der Welt, wehest Weisheit ins Leben und mit der Weisheit die Freude

Hildegard von Bingen, aaO S. 137
Aus: Sequenz über den Hl. Geist

4. Sitzung: 10.05.17: Männer und Frauen in der Bibel
Mein sind die Jahre nicht, die mir die Zeit genommen,
mein sind die Jahre nicht, 
die vielleicht möchten kommen,
der Augenblick ist mein,
und nehm' ich den ich Acht,

so ist der mein,der Jahr und Ewigkeit gemacht.

Andreas Gryphius (1616 - 1664)
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Grundsätzliche und Aktuelles zu: Die Bibel in gerechter Sprache 

Ulrike Bail / Frank Crüsemann, Marlene Crüsemann, Erhard Domay und weitere Herausgeber.

Gütersloher Verlagshaus 2006, 3. Aufl. 2007, 2432 S.

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5. Sitzung: 17.05.17: Aufbrüche der Frauen im Mittelalter
und in der Reformation


Das Trachten der reinen Liebe hat nur eine einzige Absicht, 
die ist, beständig aufrichtig zu lieben, ohne dabei irgendwelchen Lohn zu begehren. Und dies kann die Seele nur verwirklichen, wenn sie frei von sich selbst ist. 

Marguerite Porète (1250/1260 - 1310) Aus: Margareta Porete: Der Spiegel der einfachen Seelen. Wege der Frauenmystik. Zürich / München: Artemis 1987, S. 57


6. Sitzung: 24.05.17: Nachträge zu Maria / Frauen im Koran


© Gudrun Zydek (*1944), deutsche Schriftstellerin, Lyrikerin und Aphoristikerin
Quelle: Zydek »Himmlische Regentropfen. Gedichte«, Fouqué Literaturverlag, 1999
  • Buchvorstellung Christa Mulack: "Maria. Die geheime Göttin im Christentum" (s.o.) 
    Frauen im Koran
  • (Katja Niederbiermann, Martin Weinhold, Stella Dittrich)
  • Frauen im Islam (Materialzusammenstellung): Verehrung, Diskriminierung, Gleichberechtigung 

7. Sitzung: 31.05.17: Frauen im Koran und im Sufismus, 






  • Frauen im Koran (Fortsetzung: Martin Weinhold)
  • Frauen im Sufismus  (Caitlin Orgek / Kristina Ney)


  • Frauen im Islam (Materialzusammenstellung): 
        Verehrung, Diskriminierung, Gleichberechtigung 




  • Jesus, die Frauen und weibliche Spiritualität überhaupt

    Frauen im Judentum
    • Ausstellung bis 02.07.2017 im Jüdisches Museum Berlin:
      Cherchez la femme: Perücke - Burka - Ordenstracht
    • Gottlieb Lynn: She Who Dwells Within. A Feminist Vision of Renewed Judaism.
      San Francisco: HarperCollins 1995, 237 pp., index
    • Susan Grossman / Rivka Haut (eds.): Daughters of the King. Women and the Synagogue.
      A Survey of History, Halakhah, and Contemporary Realities.

      Philadelphia (USA) a.o.: The Jewish Publ. Society 1992, XXVII, 340 pp., index
    • Naomi M. Hyman: Biblical Women in the Midrash. A Sourcebook.
      Northvale, NJ (USA) / London 1997, XX,195 pp., index
    • Miriam, die Prophetin in der jüdischen Überlieferung
    • Pnina Navè Levinson: Was wurde aus Saras Töchern? Frauen im Judentum.
      GTB 495. Gütersloher Verlagshaus 1989, 192 S., Abb., Register
    • Pnina Navè Levinson: Eva und ihre Schwestern.
      Perspektiven einer jüdisch-feministischen Theologie.
      GTB 535. Gütersloher Verlagshaus 1992, 238 S.


    Frauen im Buddhismus und in Japan

        Planung der Referate + Campusgang 
      • 03.05.17: Protokoll: Maria in der Kirchengeschichte (Nathalie Küster)
      • 10.05.17: Frauen im AT und NT:
        (Lea Kamann, Franziska Müller)
        --- Buchvorstellung "Die Göttin" (Kathrin Krieger / Silke Krestel) 
        17.05.17: Mittelalterliche Frauenbewegungen
        • (Johanna Grote, Julia Treder, Sabrina Pagendarm)
        • 24.05.17: Buchvorstellung "Maria. Die geheime Göttin im Christentum"  (Janosch Seibel, Mareike Schulte, Kristina Mischkedi)
        • 24. 05.17: Frauen im Koran
          (Katja Niederbiermann, Martin Weinhold, Stella Dittrich)
        • 31.05.17: Frauen im Sufismus (Caitlin Orgek, Kristina Ney)
        • 14.06.17: Islamische Frauenbilder (Lisa Hölzel, Marie-Sophie Held)
        • 21.06.17: Campusgang (Johanna Grote, Beate Caßau).
        • 28.06.17: Nonnen und Göttinnen im Buddhismus
          (Lisa Bergmann, Kira Gliencke, Vivienne Blümel, Mirco Rentzsch )
        • Als Arbeit: Kopftuch, Schleier, Burka (Kathrin Krieger)

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    --- Webmail--- Anfragen / Kontakt: hier


    Lizenzbedingungen:
    Creative Commons

    Von Isis und Ischtar bis Maria: Himmelsköniginnen (aktualisiert)

    Die Heilige Familie: Horus, Osiris, Isis
    Louvre, Paris (Wikipedia)
    Isis mit Horus,
    Louvre, Paris
    (Wikipedia.en)

    Der Mittelmeerraum sowie der gesamte Mittlere Osten war bis zum Aufkommen der monothe-istischen
    Religionen religiös durch Göttinnen und Götter geprägt.
    Diese traten oft als Paar auf.

    In Ägypten entwickelte sich sogar eine "Heilige Familie" mit                                                    Isis, Osiris und Horus

    Das religiöse Grundmuster ist fast durchgängig die Mondgöttin in Verbindung mit dem Sonnengott. Besonders im Zweistromland und im Mittelmeerraum dominierten die Göttinnen mit ihrer unmittelbaren kosmischen Verbindung zu Mond und Sternen.
    Luna mit der Mondsichel -
     Kapitolinische Museen, Rom
    (Wikipedia.en)



    Babylonisches Ischtar-Tor,
    Pergamon-Museum Berlin (Wikipedia)

    Die Situation änderte sich langsam um 1000 v. Chr., als durch die eingewanderten [israelitischen] Wüstenstämme sich eine henotheistische/monotheistische Religion neben den anderen Kulten etablierte. Hier entwickelte sich gegen die vorherrschenden kanaänischen Religionen Tendenzen eine von Männerbildern geprägte Religion, die schließlich zu einer scharfen Abgrenzung des Einen-einzigen Gottes gegenüber den anderen Glaubenstraditionen führte. 

    Davon berichtet die Bibel z.B. beim Kampf des Propheten Elia gegen die Baals-Religion (1. Könige 18-19). Hinter Baaldem [untergeordneten] Sonnen- und Regengott, stand jedoch die in vielen Variationen auftretende mächtige Himmelskönigin Astarte/Aschera/Ischtar. Sie beherrschte den gesamten mittelöstlichen Raum. Ihr Symbol war der Mond, zugleich ihre Waffe. Mit dem (Mond-)Bogen ging sie zwischen Himmel und Erde auf die Jagd. Darum wird die griechische Artemis bzw. die römische Diana auch als Jagdgöttin dargestellt. 
    Auch im vorislamischen Arabien spielten diese Welten- und Himmelsgöttinnen eine große Rolle: Die Göttinnen in Mekka vor Mohammed


    Astarte, 6. Jh. v. Chr. (Wikipedia)
    Diese scheinbar verschiedenen Göttinnen sind seit der Steinzeit (ab ca. 35.000 v.Chr.) letztlich Varianten des Kultes der Großen Mutter (Magna Mater), der Urmutter und Weltgebärerin. Griechische Religionen und römische Adaptionen nahmen sie in ihr Pantheon unter verschiedenen Namen auf. Auch der Apostel Paulus machte mit ihr als Artemis unangenehme Bekanntschaft durch den Aufstand der Silberschmiede, die für die vielen Pilger Devotionalen der Muttergöttin herstellten und durch Paulus ihre Existenz in Frage gestellt sahen (Apg. 19). 

    Artemis-Kybele,
    Museum Selcuk-Ephesus (Wikipedia)
    Kybele, römische Kopie
    Kapitolinische Museen
    (Wikipedia)
    Das Christentum - aus dem Judentum hervorgegangen - hatte nämlich den starken Mutterkulten kaum etwas entgegenzusetzen. Die geringe Repräsentanz des göttlich Weiblichen nötigte die Christen in der Auseinandersetzung mit den "heidnischen" Kulten zur verstärkten Betonung der Jungfrau Maria. Sie hatte schließlich einen Gottessohn geboren, der nun zugleich mit dem "Vater" angebetet und verehrt werden sollte. Eine gewisse weibliche "Verstärkung" kam in den östlichen Regionen des Christentums dadurch hinzu, dass der Heilige Geist als dritte "Person" der entstehenden Trinitätslehre z.T. weiblich, nämlich als Sophia, als Weisheit Gottes verstanden wurde.
    Maria als Gegenpol zu den weiblichen Gottheiten nahm traditionsgeschichtlich ihren Weg von Bethlehem und Nazareth nach Ephesus. Im Zusammenhang mit der Tradition des Johannes-Evangeliums könnte sie eine "Etappe" in Damaskus gehabt haben. Dies signalisiert u.a. die dortige Marienkirche (Mariamitische Kathedrale). Bei Ephesus, dem Zentrum des Kybelekultus, stirbt Maria der Legende nach. Dort wird bis heute das Haus der Maria als Heilige Stätte verehrt.

    Haus der Mutter Maria bei Ephesus (Wikipedia)
    Literatur: Theodora Jenny-Kappers:
    Muttergöttin und Gottesmutter in Ephesos.
    Von Artemis zu Maria.
    Zürich: Daimon 1986, 199 S., Abb., Register

    Inhaltsverzeichnis: hier
    Die liberale römische Religionspolitik tat übrigens das ihre dazu, dass die Mutterkulte schon längst in andere Teile des Imperium Romanum gekommen waren.
    Es entstand sogar ein kleines Heiligtum der Kybele im wichtigen römischen Legionslager Castrum Novaesium (= Neuss). Der sog. Blutgraben,"Fossa Sanguinis," könnte mit den Opferungen für die Göttin zu tun gehabt haben. 
    Bei der kirchlichen Verehrung Mariens als Gottesgebärerin, Gottesmutter und Himmelskönigin wurden ihr zwar Altäre gewidmet, jedoch blieb sie immer der Trinität von Gottvater, Sohn und Heiligen Geist untergeordnet. Allerdings flossen und fließen in den Marienkult weltweit Traditionen der Vorgängerreligionen ein. Dies zeigt sich in der Gegenwart besonders in der Marienverehrung Lateinamerikas.

    Vgl. Virgil Elizondo: Unsere Liebe Frau von Guadelupe. Evangelium für eine neue Welt.
    Aus dem Englischen von Karl Pichler. Luzern: Ed. Exodus 1999, 158 S.



    Marienleuchter im Dom von Wetzlar (R.K.)

    Kleine Literaturauswahl:
    • Helgard Balz-Cochois: Inanna. Wesensbild einer unmütterlichen Göttin.
      Studien zum Verstehen fremder Religionen, Bd. 4.
      Gütersloher Verlagshaus Gerd Mohn 1992, 240 S., Register
    • Franz Baumer: Der Kult der Großen Mutter.
      Schauplätze einer mythischen Welt. 
      München: Langen Müller 1993, 352 S., Abb., Register
      Jacques Bonvin: Vierges Noires. La réponse vient de la Terre. Paris: Dervy 1988, 304 pp.
    • Jean Bottéro: La plus vieille religion en Mésopotamie.
      folio histoire 82. Paris: Gallimard 1998, 443 pp., index
    • Jonathan Cott: Isis and Osiris. Exploring the Goddess Myth.
      New York: Doubleday 1994, 209 pp., illustr., index
      --- Kurzkommentar: hier
    • Andreas Feldtkeller: Im Reich der syrischen Göttin.
      Eine religiös plurale Kultur als Umwelt des
      frühen Christentums.
      Studien zum Verstehen fremder Religionen, Bd. 8
      Gütersloher Verlagshaus Gerd Mohn 1992, 240 S., 333 S.
    • Brigitte Gronenberg: Die Götter des Zweistromlandes.
      Düsseldorf/Zürich: Patmos 2004, 290 S., Abb., Index
    • Jean Hani: La Vierge Noire et le Mystère Marial.
       Paris: Guy Trédaniel 1995, 177 pp., illustr.
    • Josef Imbach: Marienverehrung zwischen Glaube und Aberglaube. Düsseldorf: Patmos 2008, 252 S., Abb.
    • Sharukh Husain: The Goddess.
      An Illustrated Guide to the Divine Feminine.
      One Spirit Living Wisdom Library.
      London: Duncain Baird 1997, 184 pp., index
      2. Aufl. 2003
      --- Deutsch: Die Göttin. Das Matriarchat,
          Mythen und Archetypen,
          Schöpfung, Fruchtbarkeit und Überfluss.
          Köln 2001, 184 S., Abb., Register
      --- Ergänzende Informationen: hier
    • Isis-Kult: Seine religionspolitische Bedeutung im Mittelmeerraum
      (Buchrezension)
    • Christa Mulack: Die geheime Göttin im Christentum. 
    • Reihe Symbole. Stuttgart: Kreuz 1985, 246 S.
    • Karen L. King (ed.): Women and Goddess Traditions in Antiquity and Today.
      Minneapolis, MN (USA): Augsburg Fortress 1997, 450 pp., index
    • Caitlin Matthews: Sophia - Göttin der Weisheit. Aus dem Englischen von Clemens Wilhelm
      Solothurn / Düsseldorf: Walter 1993, 424 S., Index
    • Giovanni Miegge: Die Jungfrau Maria. Studie zur Geschichte der Marienlehre.
      Kirche und Konfession, Bd. 2. Göttingen: V & R 1962, 218 S., Register
    • Elisabeth Moltmann-Wendel / Hans Küng / Jürgen Moltmann (Hg.):
      Was geht uns Maria an?
      GTB 493. Gütersloher Verlagshaus 1988, 208 S. 
    • Florence Quentin: Isis l'Éternelle. Biographie d'un mythe féminin.
      Paris: A. Michel 2012, 260 pp.
    • George H. Tavard: The Thousand Faces of the Virgin Mary.
      Collegeville, MN (USA): Liturgical Press 1996, VIII, 275 pp., index
    • Marina Warner: Maria: Geburt, Triumph, Niedergang, Rückkehr eines Mythos?
      München: Trikont 1982, 483 S., Abb., Register
    Reinhard Kirste

    März 2017