Montag, 5. Januar 2015

Martin Buber - Dialog als Prinzip

Martin Buber (1878-1965) hat als jüdischer Philosoph, Theologe Schriftsteller, Übersetzer, Erzieher und politisch Denkender und Handelnder nicht nur die Begegnung von Judentum und Christentum bedacht, sondern in einmaliger Weise die Beheimatung jüdischer Traditionen und Denkwege in Europa sichtbar gemacht.


In Bubers umfangreichen Themenspektrum spielen für den interreligiösen Dialog die Begegnung mit dem Christentum seine Bibelinterpretationen, das Messsiasverständnis und  die Bedeutung Jesu im Judentum eine herausragende Rolle.
Durch sein Eingehen auf den "Anderen" hat er wichtige Pfeiler für die Brückenfunktion verschiedener Denk- und Glaubens-Traditionen gesetzt.

Eine Textauswahl zu Dialog-Themen: hier

Ich und Du - Textauszüge

Äußerungen zu Johannes 14,6

Zum Messiasverständnis
" ... der deuterojesajanische Gottesknecht bleibt für Buber >das letzte Wort<, getreu dem Wort des chassidischen Rabbi: >Die Kraft kann nicht auferstehn, wenn sie nicht in die große Verborgenheit eingeht<. Jesus ist wie Buber urteilt, >aus der Verborgenheit des 'Köchers' getreten.< >Als ein Geheimnis der Verborgenheit, auch im Verhältnis der Person zu sich selber, geht das Geheimnis der Tat des menschlichen Anteils an der Bereitung der Erlösung durch das Dunkel der Zeiten, bis es einst ins Offenbare emportritt.<
Die Erwartung des Reiches und des Messias geht auf ein >unvorweggenommenes Kommen.< Doch bleibt Israel >ganz ausgerichtet auf das Kommen des Kommenden.< Ist auch von der Vollendung der Schöpfung der Rede, so darf die Botschaft doch nicht >verendlicht< werden: >Nicht einer gerechten Ordnung, sondern der 'Gerechtigkeit', nicht einer verträglicheren Menschheit, sondern dem 'Frieden' gilt die Verheißung."
Paul Schwarzenau: Das Messiasproblem bei Martin Buber. Eine Studie zur Geschichte des Judentums [1951]. Berlin: Frieling 1997, S. 92-93 Zitate aus: Kampf um Israel (1933) /  Die Schrift und ihre Verdeutschung (zusammen mit Franz Rosenzweig, erschienen 1936), Gog und Magog (1949)


Neue Bücher von und über Buber: hier 

Werkausgabe in 3 Bänden.  Heidelberg: Lambert Schneider / München: Kösel: Schriften zur Philosophie (Bd. 1, 1962), Schriften zur Bibel‹(Bd. 2, 1964), Schriften zum Chassidismus‹ (Bd. 3, 1963) mit Nachträgen

Informationen zur Gesamtausgabe:
Martin Buber Werkausgabe (MBW). Im Auftrag der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (bis 2009), der Israel Academy of Sciences and Humanities und der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (seit 2010) hrsg. von Paul Mendes-Flohr, Peter Schäfer und Bernd Witte (seit 2010). 21 Bde., Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 2001ff. Bisher sind erschienen: Bd. 1, 2001; Bd. 6, 2003; Bd. 8, 2005; Bd. 3, 2007; Bd. 10, 2008; Bd. 19, 2009; Bd. 9, 2011; Bd. 14, 2012; Bd. 2.2, 2012; Bd. 2.1, 2013; Bd. 2.3 2013).


Einige wichtige Werke Martin Bubers in Auswahl
(nach Ersterscheinungsdatum)


  • Ekstatische Konfessionen. 1909.
  •  Ich und Du. 1923
  • Die Schrift (verdeutscht von Martin Buber
    zusammen mit Franz Rosenzweig), 1926–1938.
  • Die chassidischen Bücher. 1928.
  • Königtum Gottes. 1932.
  • Kampf um Israel. Reden und Schriften 1921–1932. 1933.
  • Die Frage an den Einzelnen. 1936, in: Das dialogische Prinzip.
  • Gog und Magog. 1949.
  • Die Erzählungen der Chassidim. 1949.
  • Zwei Glaubensweisen. 1950.
  • Pfade in Utopia. Über Gemeinschaft und deren Verwirklichung. 1950 
  • Der utopische Sozialismus. 1952 und 1967 [Ergänzung zum Band Pfade in Utopia].
  • Gottesfinsternis. Betrachtungen zur Beziehung zwischen Religion und Philosophie. 1953.
  • Reden über Erziehung.1953 
  • Die Legende des Baaschem. Umgearbeitete Neuausgabe 1955
  • Der Jude und sein Judentum. Ergänzungsband zur dreibändigen Werkausgabe. 1963.
  • Nachlese. 2. Ergänzungsband zur Werkausgabe.1965.
  • Das dialogische Prinzip. Heidelberg 1973.
  • Ein Land und zwei Völker. Zur jüdisch-arabischen Frage. 1993.
  • Briefwechsel aus sieben Jahrzehnten. 3 Bde.1972–1975.