Montag, 10. August 2015

Religiöse Feste und Rituale in kulturellen Kontexten Asiens und Europas (Seminar)

Labyrinth von Chartres
Dieses Seminar für Lehramtsstudierende an der TU Dortmund - Sommersemester 2015 - brachte Erfahrungen aus der eigenen Religiosität zur Sprache und verband sie mit grundsätzlichen Lebenszusammenhängen. Rituale und Feste in ihrer Unterschiedlichkeit weisen dabei oft erstaunliche strukturelle Ähnlichkeiten in vielen Religionen auf.  

Ursprüngliche Seminarplanung 

1. Einführung:
Rituale des Alltags, Typen von Festen

Schülerbild: Kreuzweg
 Dieses Rad, auf dem wir uns drehen,
ist mit einer magischen Laterne vergleichbar.
Die Sonne ist die Lampe, die Welt der Bildschirm.
Und wir sind die Bilder, die vorbeiziehen.
Omar Khayyam (1048-1131), persischer Astronom, Mathematiker,
Philosoph und Dichter (aus: Jean Vernette: Paraboles d'Orient et d'Occident. Paris 1993, S. 162)

2. Passageriten

Nur wer durch die unaufhörliche Flut von Wünschen nicht gestört ist
 - die wie Flüsse in den Ozean münden, der ständig gefüllt wird,
doch immer ausgeglichen bleibt -, 
kann Frieden erlangen, nicht derjenige,
der danach trachtet, solche Wünsche zu befriedigen.
Bhagavad-Gita 2,70 (Bhaktivedanta Book Trust 1993, S. 148)

 3. PASSAGERITEN
     in Judentum, Christentum und Islam:
     Taufe und Beschneidung /
     Konfirmation und Firmung

Die innere Stille
und der Friede des Herzens
lassen nie den Ruf nach menschlicher Solidarität verhallen, 
der geradewegs aus dem Evangelium kommt.
Frère Roger Schutz, Taizé:
In allem innerer Friede. Freiburg u.a.: Herder 2009, S. 79

4. Passagen - Erwachsenwerden / Heirat
Die Freiheit des Menschen besteht nicht darin, 
vor Schwierigkeiten bewahrt zu werden, 
sondern darin, sie zu einem Bestandteil seiner Freude zu machen.
Rabindranath Tagore - 1861-1941-  (übers., Hg. Axel Monte):
 Indischen Weisheiten für jeden Tag. 
Frankfurt/M.: Fischer TB 17091, 2009 (18. April)

5. GRUNDMUSTER RELIGIÖSER RITUALE:
Gebet, Fasten, Gottesdienst;
das Labyrinth als Lebensweg

Man braucht sehr lange, um jung zu werden.
Pablo Picasso (1881-1973)

Wahrhaftig ich sage euch:
Wer das Reich Gottes/die Gottesherrschaft

 nicht wie ein Kind empfängt/annimmt, 
der wird auch nicht hinein kommen.
Jesus von Nazareth (Mk 10,15) 

6. Heilige Orte und Pilgerrituale I -
interreligiöse Aspekte des Pilgerns


Geh deinem Gott entgegen, indem du in dich gehst.
Denn das Wort ist dir nahe,
es ist in deinem Mund und in deinem Herzen.
                                                                                                         Bernhard von Clairvaux (1090-1153) 
--- Das Beispiel einer kirchlichen Trauung: Bildergalerie, siehe 29.04.15
--- Andreas Aigner: Zur Spiritualität des Pilgerns (RIG 8/2004, S. 13-22):
     Über den Sinn von Pilger-"Reisen" und Wallfahrten

--- Detlef Lienau: Religion auf Reisen.
     Eine empirische Studie zur religiösen Erfahrung von Pilgern.
     Praktische Theologie und Kultur (PThK), Bd. 24
     Freiburg u.a.: Kreuz (Herder) 2015

--- Heilige Orte und Wallfahrtsstätten (Auswahl A-Z)
--- Kevelaer und seine Wallfahrt 
--- Bildergalerien mit Wallfahrtskapelle,
der Kirche St. Marien und Votiv-Tafeln

    

--- Gottesdienste und Gottesdienstformen in Kevelaer
--- Vgl. Interreligiöse Aspekte des Pilgerns (Seminar SoSe 2007)  


7. Heilige Orte und Pilgerrituale II
Schwerpunkte:  Hinduismus und im Buddhismus
Wer immer tiefer blickt
durch dieses Leben-Sterben-Wandel-Sein,
den wird dann umfangen
die Fülle der Glück-Seligkeit,
weil er das Ewige erkennt.
 Dhammapadam. Der Wahrheitspfad Nr. 374

8. Fasten/Ramadan
    - Pilgerfahrt nach Mekka

Namasté - ich grüße den Gott in dir
Begrüßungsgeste auf dem indischen Subkontinent
        Mehr zu  Namasté: hier  --- Vgl. "Grüß Gott" = Gott grüße, d.h. segne dich!

9. Ramadan und Opferfest 2015
    Kirchentag
    und die Communauté von Taizé 

Die innere Stille und der Friede des Herzens
lassen nie den Ruf nach menschlicher Solidarität verhallen,
der geradewegs aus dem Evangelium kommt.
Frère Roger Schutz (1915-2005)
aus: In allem ein innerer Friede. Ein Jahresbegleitbuch".
Freiburg u.a.: Herder 2009, S. 79


10. Die Kathedrale von Chartres und Jakobswege 
Nur die Hand, die loslässt, kann das Wahre schreiben.
Meister Eckhart (um 1260-1328)


11. Meditativer Campusgang am Johannistag


12. Japanische Pluralität in Riten und Festen 

Wo ist Ewigkeit ?
Schau tief hinab in dein Herz.
Dort findest du sie.
  Marie Luise-Stangl: Wege in dei Stille. Haikus
Düsseldorf: ECON TB 23012, 1988, S. 31
Origami-Kranich (Wikipedia)
Material zur Ergänzung aus dem Seminar SoSe 2014:
Interreligiöse Horizonte der Weltreligionen


13. Nachträge: Hinduistische Riten (Infos, s.u.)
      Religiöse Symbolik und Riten:
      Gesänge und Reliquien

                                                                  Ubi caritas et amor, Deus ibi est.
                                                                                           Wo die Liebe ist, das ist auch Gott.
                                                                                                                                    Gesang aus Taizé


14. Rituale und Feste
      - zwischen Zeit und Ewigkeit

Diese irdische Welt ist eine Karawanserei zu Gott,
und alle Menschen finden sich in ihr 
als Reisegenossen zuammen.
Al Ghazali (1058-1111): Das Elixier der Glückseligkeit.
DG 25. Köln: Diederichs 1983, 3. Aufl., S. 75
--- Die Bedeutung von Liedern in im religiösen Kontext
--- Religion als Lebensdeutung (Buchbesprechung)
--- Noch einmal: Hochzeit als Ritual (vgl. oben Nr. 4)



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      III. Weitere Literaturhinweise 
      • Feste der Religionen (mit aktuellen Hinweisen)
      • Fest-Beschreibungen von 12 Religionen 
      • Otto Betz: Labyrinth des Lebens. Freiburg u.a.: Herder 1999
      • Willi Bühler / Benno Bühlmann / Andreas Kessler (Hg.):
        Sachbuch Religionen.
        Hinduismus, Buddhismus, Judentum, Islam. Luzern:db-verlag 2009
      • Simon Coleman / John Elsner: Pilgrimage.
        Past and Present in the World Religions.

        Cambridge: Mass. Harvard Univ. Press 1995, 240 S., Abb., Register

        --- Ausführliche Leseprobe: hier
      • Gräb, Wilhelm: Religion
        als Deutung des Lebens. Perspektiven
        einer Praktischen Theologie gelebter Religion.
        Gütersloher Verlagshaus 2006
        --- Rezension: hier
      • Gray Henry / Susannah Marriott:
        Perlen des Glaubens.
        Wege zu Meditation und Spiritualität.
        Rosenkränze, Gebetsketten und heilige Worte.
        Aus dem Englischen.
        Kreuzlingen/München: Hugendubel 2003
      • Vgl. Symbol-Übungen: Perlen des Glaubens
      • Hermann Kirchhoff: Urbilder des Glaubens.
        Haus - Garten - Labyrinth - Höhle. München: Kösel 1988
      • Reinhard Kirste / Paul Schwarzenau /
        Udo Tworuschka (Hg.):

        Wegmarken zur Transzendenz.
        Interreligiöse Aspekte des Pilgerns.
        Religionen im Gespräch Bd. 8 (RIG 8).

        Balve: Zimmermann 2004

        Rezension und weitere Titel: hier
      • Nigel Pennick: Das Geheimnis der Labyrinthe.
        Aus dem Englischen. München: Goldmann TB 12401, 1992 
      • Matthieu Ricard: Tibet. Mit den Augen der Liebe (2006)
      • Martin Riesebrodt: Cultus und Heilsversprechen.
        Eine Theorie der Religionen.
        München: C.H. Beck 2007
      • Clauß Peter Sajak: Kippa, Kelch, Koran.
        Interreligiöses Lernen mit Zeugnissen der Weltreligionen.
        Ein Praxisbuch. München: Kösel 2010
      • David Souden: Pilgerwege.
        Aus dem Englischen.

        München: Christian-Verlag 2002
        --- Inhaltsverzeichnis, siehe Bild rechts ---
      • Uwe Wolff: Welche Farbe hat die Himmelstür?
        Symbole der Weltreligionen für unsere Zeit gedeutet.
        Stuttgart/Zürich: Kreuz 2003