Freitag, 23. Juni 2017

"Orient und Okzident sind nicht mehr zu trennen" Europa üben ... (aktualisiert)


Der Mythos: Zeus entführt Europa
(2 Euro-Münze Griechenland)

Zur Bedeutung des Stiers
in der Mythologie
Ein Bericht im Deutschlandfunk Kultur (17.03.2017) hat es auf den Punkt gebracht:
Der Orient ist Europas Schicksal
von Konstantin Sakkas
Er betont die kulturelle Einheit, die schon Goethe im West-östlichen Divan betonte. Zugleich erinnert er daran, dass der heutige Anti-Islamismus nur eine moderne Spielart eines Jahrhunderte lang gepflegten Anti-Orientalismus ist.

"Europa und der Orient bilden seit Urzeiten eine geistige und kulturelle Einheit. Wenn Europa nicht ein entsprechendes geopolitisches Narrativ entwickelt und in praktische Politik umsetzt, wird es untergehen.Der heutige Antiislamismus ist nichts anderes als die moderne Spielart des Antiorientalismus. Über Jahrhunderte hinweg richtete sich dieser Antiorientalismus in Europa gegen die Juden, mit Abstrichen auch gegen die Griechen. An ihre Stelle sind heute "die Moslems" getreten, und in ganz Europa sind antimuslimische Bewegungen auf dem Vormarsch.Doch mit dem Antiorientalismus schießt sich Europa ins eigene Knie. Denn Europa und der Orient bilden seit Urzeiten eine geistige und kulturelle Einheit. Der Gegenentwurf hierzu war das Konzept der "Westernness", also eines westlichen, atlantischen Europas, das sich vom vermeintlich minderwertigen Orient hermetisch abschottet – ein ebenso uraltes Konzept, das aber bis heute nicht aufgegangen ist."
Aber die europäische Geschichte zeigt zum Glück auch freundliche Tendenzen interkultureller Begegnung. Diese müssen wieder stärker ins Bewusstsein rücken. Goethe bietet dazu ermutigende Anleitungen: 


Wer sich selbst und andre kennt,
Wird auch hier erkennen:
Orient und Occident
Sind nicht mehr zu trennen:
Sinnig zwischen beiden Welten.
Sich zu wiegen, lass ich gelten;
Also zwischen Ost und Westen
Sich bewegen, sei’s zum Besten. 

Johann Wolfgang von Goethe, 
West-östlicher Divan, Nachtrag, 1825/26


Schumann-Adenauer-Gedenkzeichen
12 Stelen in Bassenheim:
 und Europa mit dem Stier (Wikipedia)


Der Orient in der Kunst und
in der Architektur
 
Potsdam: Wasserwerk
im orientalischen Stil


Orient-Sympathien
auf dem Theater
in der Oper und
in der Literatur



    Kleine Literaturauswahl
    Europa, Orient und Orientalismus

    • Abdurrahman Al-Gabarti - aus der Chronik: Bonaparte in Ägypten.
      Übersetzt von Arnold Hottinger.
      SP 871. München / Zürich:  Piper 1989, 450 S., Register
    • Al-Jabarti's Chronicle of the French Occupation.
      1798. Napoleon in Egypt
      Introduction: Robert L. Tignor, Translation: Shmuel Moreh.
      Expanded edition in honor of Al-Jabart's 250th birthday.
      Princeton (USA): Markus Wiener Publ. 2004, 210 pp., illustr.
    • Badisches Landesmuseum (Hg.):
      Das Imperium der Götter.
      Isis - Mithras - Christus.

      Kulte und Religionen im Römischen Reich.
      Darmstadt: Konrad Theiss (WBG) 2014, 580  S., Abb. , Karten
    • Anke Bentzin / Henner Fürtig / Thomas Krüppner /
      Riem Spielhaus (Hg.):

      Zwischen Orient und Okzident. Studien zu Mobilität von Wissen,
      Konzepten und Praktiken. Festschrift für Peter Heine
      Freiburg u.a.: Herder 2010, 365 S. 
      --- Rezension: hier
    • Dominiqu Chevallier / Azzedine Guellouz / André Miquel:
      Les Arabes, l'Islam et l'Europe. Paris: Flammarion 1991m 234 pp., cartes
      Kurzrezension: hier -  von
        Année 1991  Volume 56  Numéro 3  p. 758
    • Henry Corbin: Weder Germanist, noch Orientalist
      Marian Bremer in Qantara.de, 19.04.2017
    • Nefvel Cumart / Ulrich Waas:
      Orient und Okzident - die andere Geschichte.
       
      Das Fremde als kulturelle Bereicherung.
      Buchreihe der Georges-Anawati-Stiftung, Bd. 14
      Freiburg/Br. u.a.: Herder 2017, 240 S.


    • DRESSEN, Wolfgang / MINKENBERG, Georg / OELLERS, Adam C. (Hg.):
      EX ORIENTE
      : Isaak und der weiße Elephant. Bagdad-Jerusalem-Aachen. Eine Reise durch drei Kulturen um 800 und heute. Katalogbuch in drei Bänden zur Ausstellung in Rathaus,
      Dom und Domschatzkammer Aachen vom 30.06.-28.09.2003
      - Bd. I: Die Reise des Isaak. Bagdad. 287 S., Abb.
      - Bd. II: Jerusalem. 143 S., Abb.
      - Bd. III: Aachen. Der Westen. 264 S., Abb.
      --- Kommentar zur Ausstellung 2003 in der ZEIT Nr. 28 (03.07.2003)
    • Dag Nikolaus Hasse: Von Alkohol bis Ziffer -
      Der arabische Einfluss in Europa im Spiegel der deutschen Sprache
      .
      In: Dorothea Klein (Hg.): "Überall ist Mittelalter". Zur Aktualität einer vergangenen Epoche. Würzburg: Königshausen & Neumann 2015, S. 151-172 (mit Abb.)
    • Klaus-Werner Haupt: Okzident & Orient.
      Die Faszination des Orients im langen 19. Jahrhundert
      Wiesbaden 2015, 246 S., Abb., Personenregister
    • Bichara Khader: Europa y el mundo árabe. Primos, vecinos.
      Agencia Espanola de Cooperación Internacional 1995. 277 pp.
    • Europa und der Orient 800 - 1900
      [28. Mai - 27. August 1989 ;
      eine Ausstellung des 4. Festivals der Weltkulturen Horizonte '89
      im Martin-Gropius-Bau, Berlin].
      Berliner Festspiele / Bertelsmann Lexikon Verlag 1989, 923 S., Abb.
    • Annette Kuhn: Warum sitzt Europa auf dem Stier?
      Matriarchale Grundlagen von Europa
      in: Frauen verändern EUROPA verändert Frauen
      Hg.: Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration
      des Landes Nordrhein-Westfalen, 2008 S. 191 - 201. 
    • Pierre Larcher: Orientalismus des Westens
      ---  
      Orientalisme savant. Orientalisme littéraire.
      Sept essais sur leur connexion. Arles (F): Actes Sud Sindbad 2017, 240 pp.
    • Saddek Rabah: L'Islam dans l'imaginaire Occidental. Aux sources des discours.
      Beyrouth: Al Bouraq 1998, 241 pp.
    • Edward Said: --- L'Orientalisme. L'Orient créé par l'Occident.
      Aus dem Amerikanischen von
          Cathérine Malamoud. 
      Préface de Tzevetan Todorov.
          Traduit de l´Américain par Cathérine Malamoud. 
          Paris Seuil 1980, 393 S., Personenregister
      --- 
      Culture and Imperialism. New York: Random House 1994, 380 S., Register
      --- Zum Tod von Edward Said - wirkungsmächtig und umstritten.
           Jörg Lau in ZEIT online, 25.09.2003      
    • Gereon Sievernich / Hendrick Buddha (Hg.):
      Lesebuch zu "Europa und der Orient 800 - 1900.
      Berliner Festspiele 1989, 138 S.
    • Ziauddin Sardar: Orientalism. Concepts in Social Sciences.
      Buckingham: Open University Press 1999, 136 pp., index
      Deutsche Ausgabe: Der fremde Orient. Geschichte eines Vorurteils.
      Aus dem Englischen von Matthias Strobel.
      Berlin: Klaus Wagenbach 2002, Wagenbach TB 451, 188 S., Personenregister
    • Alfred Schlicht: Die Araber und Europa. 2000 Jahre gemeinsamer Geschichte.
      Stuttgart: Kohlhammer 2008, 226 S., Register
      --- Rezension im Portal für Politikwissenschaft: hier
    • Alfred Schlicht: Geschichte der arabischen Welt.
      Stuttgart: Reclam 2013, 400 S.
      --- Rezension in der FAZ, 13.05.2013: hier
    • Andreas Schmauder / Jan-Friedrich Missfelder (Hg.):
      Religiöse Koexistenz im urbanen Raum (15.-20. Jahrhundert).
      Stadt in der Geschichte, Bd. 35. Ostfildern: Thorbecke (Schwabenverlag) 2010, 340 S.
      Rezension von Görge Hasselhoff in "sehepunkte", Ausgabe 11 (2011), Nr. 04
    • Burkhard Schnepel / Gunnar Brands / Hanne Schönig (Hg.):Orient - Orientalistik - Orientalismus. Geschichte und Aktualität einer Debatte.Postcolonial Studies Bd. 5. Bielefeld: Transcript 2001, 31o S., Abb.Inhaltsverzeichnis und Leseprobe: hier--- Rezension: hier
    • Monika Walter: Der verschwundene Islam?
      Für eine andere Kulturgeschichte Westeuropas.
      Paderborn: Wilhelm Fink 2016, 533 S.
      --- Rezension: hier


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