Montag, 31. Juli 2017

Das Ordens-Netzwerk der Zisterzienser ------------ ein Bildkommentar

Eingangsbereich der Ausstellung: Kloster Heisterbach
davor: Reste der Maßwerkfenster vom Kloster Altenberg

Die Zisterzienser werden nach ihrem Habit auch "weiße Mönche" genannt. Sie hatten mit ihren konsequenten Glaubensregeln -  verbunden mit Einfachheit und Armut - eine erstaunliche Prägekraft. In den Umbrüchen des mittelalterlichen Europas erneuerten und aktualisierten sie die von Benedikt von Nursia aufgestellte Grundregel des "Bete und Arbeite" Damit setzten sie wichtige Impulse für Kirche und Gesellschaft.
Davon zeugt die im Rheinischen Landesmuseum Bonn präsentierte Ausstellung
  "Die Zisterzienser. Das Europa der Klöster"
(vom 20. Juni 2017 bis 28. Januar 2018). 
Den Schwerpunkt der Präsentationen bildet zwar das Rheinland, aber die europäische Wirkdimension der Zisterzienser wird dabei ausgesprochen deutlich. In klarer Struktur können die Besucher/innen den verschiedenen Themenfeldern nachgehen:
  • Anfangsphase und Bedeutung von Bernhard von Clairvaux
  • Die Kirchenstruktur und Liturgie als Ausdruck gelebter Spiritualität
  • Die Klausur als innerer Bereich, die Wertschätzung der Bücher
    für Glaubensleben und Gottesdienst
  • Die Entstehung von Frauenklöstern
  • Außenwirkungen: Landwirtschaft, Handwerk, Ökonomie und Stifter
  • Bernhard von Clairvaux  und Martin Luther
  • Die Zisterzienser - ein europäisches Netzwerk

Ein umfangreicher und beeindruckender Kommentar- und Bildband ist zur Ausstellung erschienen. So bleiben die präsentierten Zeugnisse der Ausstellung auch weiterhin zugänglich. Ausführliche Besprechung: hier 




Anfangsphase des Ordens und Bedeutung
des Bernhard von Clairvaux

Bernhard von Clairvaux
vor Maria mit dem Jesuskind

Malerei um 1460
(Wallraff-Richartz-Museum, Köln)

Die Kirche - Architektur, Kunst, Gottesdienst
Bodenfliese aus rotem Ton
Kloster Bebenhausen, 13./14. Jh.
Stuttgart, Landesmuseum Württemberg
Konsole (Sandstein) mit lesendem Einsiedlermönch (um 1370)
Kreuzgang, Kloster Eberbach


Der innere Bereich - die Klausur: 
Mönchsregeln, Alltagsleben, Skriptorium


Das Stundengebet der Mönche als Tagesstruktur


Carta Caritatis - die Ordensverfassung



Codex Gisle (Faksimile):
Westfälische Kloster-Musikhandschrift zwischen 1240 und 1400




Liber Correctiorus: Corpus legislativer und liturgischer Texte
Pergament, Cîteaux (1180-1186), Stadtbibliothek Dijon


Handgesten der Mönche beim Schweigen:
1. Buch / 2. Holz / 3. Schreiben / 4. Gefäß / 5. gut
6. Brot / 7. Wasser / 8. Garten


Die Entstehung von Frauenklöstern

Sandstein-Kreuzigungsrelief
aus Kloster Graefenthal <(bei Kleve),
Niederrhein um 1350


Gebetbüchlein einer Nonne (14. Jh.)
aus dem Nonnenchor des Klosters Wienhausen



Mariendarstellung mit betender Nonne
(ehem. Zisterzienserinnenkloster Dalheim)


Außenwirkungen
Landwirtschaft, Handwerk, Ökonomie und Stifter


Klösterlicher Gutshof: Grangie
der ehem. Abtei Beaulieu in Great Coxwell,

 Oxfordshire, England

Reliefziegelsteine aus der Klosterziegelei St. Urban
(Kanton Luzern), Landesmuseum Zürich




Die verschiedenen Stifterpersönlichkeiten des
Klosters Wonnental (Breisgau)

Bernhard von Clairvaux und Martin Luther


Kirchenkritik
von Bernhard von Clairvaux und Martin Luther
Aber ich folge hierin St. Bernhard [von Clairvaux] in seinem Buch an den Papst Eugen, welches billig sollten alle Päpste auswendig können. Ich tue es ja nicht in der Meinung, dich zu lehren, sondern aus träuliche Sorge und Pflicht, die jedermann billig zwingt, auch in den Dingen für unsere Nächsten und zu bekümmern [...]

Martin Luther, Sendbrief an Papst Leo X., 1520






Die Zisterzienser: Ein europäisches Netzwerk


Rheinische Zisterzienserklöster und ihre Filiationen

Alle Fotos der Ausstellung: © Reinhard Kirste - 
mit freundlicher Genehmigung des LVR-Landesmuseums Bonn

Der Kommentar: CC 





Muttergottheiten - die sog. Matronenheiligtümer im römischen Niedergermanien

Weihestein des Caldinius Firminius
 im Tempelbezirk Pesch
(Wikipedia)
In den linksrheinischen Regionen lassen sich viele Zeugnisse für die Anbetung von (keltisch-römischen) Muttergottheiten entdecken. Sie stammen überwiegend aus der damaligen römischen Provinz Niedergermanien = Germania inferior. Sie wurden in der Zeit zwischen dem 1. und 5. Jahrhundert n. Chr. errichtet. Die "Matronen" bilden nicht selten eine "Trinität".
Ihr Name "Matronenheiligtümer" bezieht sich auf das lateinische Wort "mater" = Mutter bzw. "matrona" = Familienmutter. Der Begriff lässt sich auch auf  "deae matres" = göttliche Mütter beziehen.


Eine Reihe von diesen Kultorten sind restauriert und gut zugänglich. In der Eifel liegen einige relativ dicht beisammen:

Matronenheiligtümer


Matthias Egeler: Matronenkultorte in Deutschland.
Handbuch der Religionen (HdR) - I-23.7 (2017) 

Matronae Aufaniae - Tempelbezirk "Görresburg" (Wikipedia)
Matronen-Altar (Matronae Aufaniae) --- Rheinisches Landesmuseum Bonn 

CC

Reinhard Kirste - Biografisches

1942 in Berlin geboren
Während der Schulzeit in der kirchlichen Jugendarbeit engagiert

1961 - 1966 Studium der Ev. Theologie und Religionspädagogik
in Berlin, Tübingen und Göttingen


1966 - 1970: Vikar und Pfarrer in Berlin:
Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche, Königin-Luise-Gemeinde Schöneberg,
Genezareth-Gemeinde Neukölln, Martha-Gemeinde Kreuzberg.

Schulpraktikum: Ev. (Real-)Schule Charlottenburg

1970 Heirat mit Karin Kirste

1970 - 1975 Gemeindepfarrer in Hildesheim-Marienrode, teilweise
verbunden mit einem Lehrauftrag an der Pädagogischen Hochschule Hildesheim


1975 Abschluss der Dissertation bei Prof. Dr. Helmut Gollwitzer, Berlin
        Promotion zum Dr. theol. (summa cum laude)
        an der Kirchlichen Hochschule Berlin


1975 - 2005 Schulreferent für die Lehrerfortbildung in Ev. Religionslehre in den Kirchenkreisen Iserlohn und Lüdenscheid-Plettenberg
Zeitweise Lehraufträge an der Universität Dortmund
und der Ruhr-Universität Bochum



1983 - 1993 Mitwirkung beim Forschungsprojekt
der Islamischen Wissenschaftlichen Akademie (IWA) Köln unter Leitung von
Prof. Dr. Abdoljavad Falaturi: „Analyse der Schulbücher zum Thema Islam in den europäischen Ländern und zum Thema Christentum in Islamischen Ländern“


1989 Mitbegründer und seitdem Koordinator der
Interreligiösen Arbeitsstelle (INTR°A) e.V. in Nachrodt/Westfalen 


Seit 1990  Gemeinsam mit KARIN KIRSTE
Ausbau und Organisation der InterReligiösen Bibliothek (IRB)
mit Informationen und Materialpräsentationen nach Schwerpunkten


2003 Mit Karin Kirste:Gründung der Stiftung „Omnis Religio“ 

Seit 2005 Lehrauftrag an der Technischen Universität Dortmund im Fachbereich „Humanwissenschaften und Theologie“ - Institut für Ev. Theologie 
Themen der Seminare und Materialzusammenstellungen: hier





Persönliche Interessen- und Arbeitsschwerpunkte
sowie ehrenamtliche Tätigkeiten


Arbeiten zur Begegnung der Religionen sowie Fragen des interreligiösen und interkulturellen Lernens mit umfänglichen Reisen ...


Webseiten mit weiteren Materialien



Regelmäßige Bearbeitung dieser Blogs und Blogseiten: 

Freitag, 28. Juli 2017

Publikationen von Reinhard Kirste - print und online 2017

Gesamte Publikationsliste: hier
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Meditatives - Kontemplatives - Mystisches (aktualisiert)



  MEIN SIND DIE JAHRE NICHT
  DIE MIR DIE ZEIT GENOMMEN
  MEIN SIND DIE JAHRE NICHT
  DIE ETWA MÖCHTEN KOMMEN
  DER AUGENBLICK IST MEIN
  UND NEHM' ICH DEN IN ACHT
  SO IST DER MEIN
  DER JAHR UND EWIGKEIT GEMACHT


                                              Andreas Gryphius (1616-1664)








  DIE ROS' IST OHN' WARUM
  SIE BLÜHET, WEIL SIE BLÜHET
  SIE ACHT' NICHT IHRER SELBST
  FRAGT NICHT, OB MAN SIE SIEHET

                                                    Angelus Silesius (1624-1674) 






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