Mittwoch, 31. Januar 2018

Bild und Klang: Orient und Okzident (aktualisiert)

St. Reinoldi, Dortmund
Vorlesungsreihe der TU Dortmund:
Wintersemester 2017/2018
Bild und Klang: Orient und Okzident
in Kooperation mit der Ruhr-Universität Bochum, dem Kulturwissenschaftlichen Institut Essen, dem Stadtarchiv Dortmund, der Conrad-von-Soest-Gesellschaft und der Stadtkirche St. Reinoldi, Ostenhellenweg 2, 44135 Dortmund



17.10.2017 19:30 - 21:00 Uhr
Bild und Klang: Orient und Okzident
Die Vorlesungsreihe „Bild und Klang” bringt die Universität in die Stadt, die Stadtkirche St. Reinoldi wird zum Hörsaal. Zum Auftakt der Reihe, die in diesem Semester unter dem Oberthema „Orient und Okizent” steht, findet eine gleichnamige Einführungsvorlesung statt.


24.10.2017: Kreuzzüge

07.11.2017: Orient-Klischees

14.11.2017: Migration der Bücher

21.11.2017:  Byzanz

28.11.2017: Orientmoden

05.12.2017: Jerusalem

12.12.2017: Joseph in Ägypten 

09.01.2018: West-östlicher Divan

16.01.2018: Orientforschung 
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30.01.2018: Ausklang


Montag, 29. Januar 2018

Theorie und Praxis der Religionen bei Krieg und Frieden (aktualisiert)


Ursprünglich: Struktur und Materialzusammenstellung für ein Seminar unter dem gleichnamigen Thema (Sommersemester 2012 an der TU Dortmund) mit weiteren Materialergänzungen.
Intentionen: Es geht darum, die unterschiedlichen Einstellungen innerhalb der Religionen grundsätzlich und in konkreten Situationen des Konflikts kennenzulernen und darausein eigene mögliches friedenspädagogisches Engagement zu entwickeln.


TEXTE und DOKUMENTATIONEN


LERNORTE 

SEMINARAUFBAU (13 Themenfelder)
 
1.   Gewalt in der Bibel
BIBEL (AT)
--- Richter 9 und die Jothamfabel
--- Elia und das Massaker am Karmel (1 Kön 18)
--- Zeittafel zur Geschichte Israels
--- Protokoll: Organisatorisches, A. Schweitzer, Valmy, Richter 9, Elia


 2.  Versuche, Feindschaft zu überwinden
CHRISTENTUM


Warten auf den Freund
„Worauf wartest du hier am Tor?", fragte der Prophet den Wachposten.
„Auf den Feind!", entgegnete dieser. „Man muss jede Stunde auf ihn gefasst sein. Vielleicht sammelt er gerade seine Mannschaften, irgendwo hinter den Bergen. Vielleicht denkt er sich in diesem Augenblick eine Kriegslist aus, um uns zu überfallen, wenn wir nicht wachsam sind, sei es am Feiertag oder in der Nacht. Wenn ich die Schilde des Feindes blinken sehe in der Ferne oder das Lärmen der Waffen höre von den Bergen her, dann muss ich schreien, bis die ganze Stadt gerüstet ist den Feind zu empfangen."
Der Prophet schwieg und schaute lange vor sich hin. Dann sagte er:
„Die Stadt ist gerüstet, den Feind zu empfangen. mag sein. Aber ist sie auch gerüstet einen Freund zu empfangen? Einen Retter und Helfer, der nicht gegen die Mauern anrennen will, um die Stadt zu stürmen; und der uns nicht Krieg bringt sondern Frieden?
Ist diese Stadt auch gerüstet für einen Freund?"
Aus: Männerarbeit der Ev. Kirche von Westfalen (Hg.): Ein Weggeleit. Schwerte, Haus Villigst 2004, S. 42 


3.  Religiöser Pluralismus und  "djihad" im Islam
Religiöse Konflikte - religiöser Pluralismus: Salomo
ISLAM
--- Der Islam - eine Religion der Gewalt? (PPP)
--- Bülent Ucar: Der theologische Unterbau islamistischer Terrorakte
    (im Zusammenhang mit den Pariser Terroranschlägen)
    MiGAZIN, 15.01.2015

--- Djhad und Heiliger Krieg (muz-online)
--- Barbara Huber-Rudolf: Gewalt im Islam
    
(KAS- Newsletter  - PM Nr. 385, Dez. 2001)

Konfliktfeld Naher Osten (Nachträge 2013)
--- Gilles Kepel: Veröffentlichungen zu Djihad und Islamismus
--- Gilles Kepel: Reiseerfahrungen im Maghreb und Nahost: Passion Arabe
--- Der Blog von Gilles Kepel 


4.  Die Problematik des sog. gerechten Krieges
CHRISTENTUM UND ISLAM
--- Gibt es "gerechte Kriege"? (PPP)
--- Reinhold MOKROSCH: "Gerechter Krieg"?
Welche historischen Begründungen für Bellizismus und Pazifismus
werden heute noch verwendet?
(Osnabrücker Jahrbuch Frieden und Wissenschaft IX/2002)

---  Zur Geschichte und Gegenwartsproblematik der Kurden-Region
--- Bagdad Burning: Blog-Eintragungen nach den Irak-Kriegen von Riverbend
--- Die interkulturelle Bedeutung der Kanonade von Valmy (1792)

5.  Interreligiöse Toleranz, Goldene Regel und Weltethos
 DIALOG DER DREI RELIGIONEN - "TRIALOG"
--- bpb-Themenblätter Nr. 17: Religion und Gewalt (2002)
--- Rezension der bpb-Themenblätter Nr. 17
--- Buchbesprechung: Wie tolerant ist der Islam?
--- Nathan der Weise und die Bergpredigt (PPP)
--- Buchbesprechungen zu den Nathan-Interpretationen von  K.-J. Kuschel
--- Goldene Regel in den Weltreligionen 
--- Weltethos und Goldene Regel
--- Ethische Gemeinsamkeiten der Religionen: Weltethos

KONFLIKTE: CHRISTENTUM - ISLAM
--- Gewaltsame Auseinandersetzungen: Die Kreuzzüge
--- PAPST URBAN II.: Aufruf zum Kreuzzug (Nov. 1095)
--- Zeittafel: Kreuzzüge 
--- Die Staufer-Kaiser mit Friedrich II.

7.  Christentum-Islam: Annäherungen
FRIEDENSANGEBOTE und KRISENPUNKTE
---"A Common Word"
von 138 islamischen Theologen (2007)

--- Weltweite Evangelische Allianz zu "A Common Word" (WEA, 2008)
--- Vorstellung von "A Common Word" und die Reaktion der WEA (PPP)
--- Hasan ASKARI: Islamische Quellen zum Frieden
--- Christen im Orient (INTR°A-Tagebuch, 15.05.2012)
--- Syrien - Opposition und religiöse Minderheiten (INTR°A-Tagebuch, 04.05.2012)

8.  Der Hinduismus zwischen Toleranz und Nationalismus
GLAUBENSQUELLEN UND UMGANG MIT GEWALT
 --- Hindu-Nationalismus und Religionen in Indien (PPP)
--- Die Glaubensquellen im Hinduismus (mit Gita)
--- Hinduismus: Einführung - Quellen - Materialien
--- Die Epen "Mahabharata und Ramayana": Achtsame Helden?
--- Die Bhagavad Gita: Arjuna und der Krieg (INTR°A-Tagebuch, Dez. 2010)
--- Gandhi zum Begriff "Ahimsa" (Gewaltlosigkeit) 
--- Streit zwischen militanten Hindus und Muslimen um Ayodha 

9.  Meditativer Campusgang: "Der Friede beginnt in mir"
Bilder, Texte, Berichte
 
10. Begegnung mit dem Orient:
Marokko, Türkei, Japan
--- Europa im Orient - der Orient in Europa
(Orientierungsbeispiele - Buchvorstellung)

--- Friedliche Begegnung mit anderen Kulturen: Marokko (PPP)
GEWALT IM BUDDHISMUS?
--- Mitgefühl und Gewalt im japanischen Buddhismus
                                                  (Yoshi Matsuno, Soka Gakkai, Frankfurt/M.)
--- Der Buddhismus nach Nichiren (13. Jh.)
--- Die buddhistische Laienorganisation Soka Gakkai

11. Zen-Buddhismus in Japan, Faschismus und chinesisches Denken
--- Rückblick: Meditativer Campusrundgang (s. 12.06.)
--- Hiroshima: Sadako will leben (Buchvorstellung)
--- Origami-Kranich: Faltanleitung
--- Japanischer Zen-Buddhismus im 2. Weltkrieg (Buchvorstellung)
--- Chinesische Ein-Blicke: Konfuzius und das Christentum (PPP)

12.  Buddhistische Friedensstrukturen und Kulturen-Transfer
RELIGIONEN und GEWALTLOSIGKEIT

--- Fortsetzung: Konfuzianische Ethik und Christentum
--- Konfuzius: Biografie und Wirkung
--- Die Transsibirische Eisenbahn von Moskau nach Peking
     Spiegel der Kulturen
(Referat)
--- Infos zur Transsibirischen Eisenbahn (Wikipedia)
--- "Der Friede beginnt in mir" - mit Beispiel-Gedichten (Referat)
--- Die "Höhere Welt" im Mahabharata und bei Buddha
--- Aung San Suu Kyi - Der gewaltlose Weg Burmas zur Demokratie
      (ergänzende Lektüre)

--- Worte des Dalai Lama zum Frieden (ergänzende Lektüre) 
--- Zum besseren Verständnis der Dialogfähigkeit des Islam
      (als Gast Mehmet Soyhun, Dortmund - DITIB-Regionalverband

 13.  Gewalt im Film und Gebete des Friedens
FRIEDEN GEFÄHRDEND - FRIEDEN FÖRDERND
--- Wahrheit und Erlösung im Film "Matrix" (1999) 
--- Der unterhaltsame Gott (Buchvorstellung)
--- Trailer zum Film "Avatar" (YouTube)
--- Aggression und Frieden religiös - Der Film "Avatar"(PPP) 
--- Nachtrag Juli 2014: Eine kurze Friedensweihnacht im 1. Weltkrieg:
Die ungewöhnliche Friedensfeier der Verfeindeteten 
Anmerkungen zum Film Merry Christmas (2005)
--- Friedensgebete - Wirkungen von Assisi
--- Stichwort: Toleranz (bei rpi-virtuell)


Samstag, 27. Januar 2018

Fatima Mernissi - Vordenkerin für Frauenrechte im Islam (aktualisiert)


Die bedeutende marokkanische Soziologin
Fatima Mernissi (1940-2015) 
gehörte zu den engagierten Frauen und wichtigsten Intellektuellen in der islamischen Welt.
Sie gehört zu den beeindruckenden Frauengestalten muslimischer Modernisierung - nicht nur in den traditionellen Gesellschaften des Maghreb, sondern generell. Dabei sind ihr die humanistischen Werte, die sie auch im Koran sah, ausgesprochen wichtig mit der Forderung nach weiterer Aktualisierung. So plädierte sie für einen Islam, der der Menschenwürde - ob Mann und Frau - die Priorität einräumt. Angesichts patriarchaler Strukturen entwickelte sie eine Art islamischen Feminismus, der auch von der europäischen Frauenbewegung beeinflusst wurde.
Darum wehrte sich Fatima Mernissi mit Vehemenz gegen eine Koran-Auslegung, die die Männer den Frauen überordnet sowie eine islamistisch geprägte Frauenbewegung, die unter dem Label des Feminismus überholte Verhaltensmuster wieder einzuführen versucht.
Ins Deutsche übersetzte Titel, die bereits die Denkrichtung der Autorin zeigen und ihr  islamwissenschaftliches und gesellschaftspolitisches Engagement verdeutlichen u.a.:
  • Geschlecht, Ideologie, Islam. München: Frauenbuchverlag 1987
  • Der politische Harem. Mohammed und die Frauen. Frankfurt/M.: Dagyeli 1989
  • Die Sultanin. Die Macht der Frauen in der Welt des Islam. Hamburg / Zürich: Luchterhand 1991
  • Die Angst vor der Moderne. Frauen und Männer zwischen Islam und Demokratie. Hamburg / Zürich: Luchterhand 1992
  • Die vergessene Macht. Frauen im Wandel der islamischen Welt. Berlin: Orlanda Frauenverlag 1993
  • Harem. Westliche Phantasien - östliche Wirklichkeit.
    Aus dem Englischen von Kate Reiner. Freiburg u.a.: Herder 2000/2005

Sonntag, 21. Januar 2018

Raimon Panikkar (1918-2010) - Werk eines Brückenbauers zwischen Ost und West (aktualisiert)

Der Ende August 2010 verstorbene spanische Philosoph und Theologe Raimon Panikkar gehört zu den großen Dialogikern, die mit ihrer Arbeit das Verständnis im Blick auf andere Religionen wesentlich erweitert und bereichert haben. Panikkars Bücher sind in vielen Sprachen erschienen, seine Begegnungen mit Menschen anderer Religionen auf Konferenzen und in Zwiegesprächen haben Anstöße gegeben, die für die Zukunft interkultureller und interreligiöser Begegnungen nicht überschätzt werden können. Von daher wäre es wichtig, dass noch mehr seiner Veröffentlichungen auf Deutsch erscheinen sollten.
Nachruf des musikalischen Brückenbauers Jordi Savall - verbunden mit einer Erläuterung zu einem Konzert  "Sieben Worte Jesu am Kreuz" (Joseph Haydn)
von Raimon Panikkar.
Das Titelcover von "Entre Dieu et le Cosmos" = "Zwischen Gott und Kosmos" dürfte für die Einstellung und die Arbeit Raimon Panikkars wegweisend sein
(Rezension in RIG 7, s.u.).

 20.-22.05.2015: International Symposium
Raimon Panikkar  - Intercultural and Interreligious Dialogue
 
--- Tavertet und Universität Girona (Katalonien)


Der Brückenbauer:
Freischaltung noch gesperrter Texte auf Anfrage (interrel@t-online.de)
 Nach Panikkars Tod erschienene Publikationen

  • Cultures et Religions en Dialogue. Pluralisme et Interculturalité.
    Vol. VI, Tomo 1, Œuvres de Raimon Panikkar,
    2012, Éditions du Cerf, Paris.
  • Il Ritmo dell ‘Essere. Le Grifford Lectures. Vol. X, Tomo I, Opera Omnia 2012, Jaco Book, Milano
  • Pellegrinaggio e ritorno alla sorgente (ed. completa) 2012, Servitium/ Jaca Book, Milano
  • Mystique et spiritualité – mystique, plénitude de vie.
    Vol. 1, Tomo 1. Œuvres de Raimon Panikkar),
    2012, Les Éditions du Cerf, Paris
  • Pelèrinage au Kailash – Retour à la Source (édition complète)
    2011, Les Éditions du Cerf, Paris
  • Religione e Religioni. Vol. II. Opera Omnia (LXVIII) 2010, Jaca Book, Milano
  • Mistica e Spiritualità, il cammino della Vita, Vol. I, Tomo II, Opera Omnia (LXIX) 
    2010, Jaca Book, Milan
  • Vita e parola – La mia opera (LXII) 2010, Jaca Book, Milano
  • Visione Trinitaria e cosmoteandrica. Dio – Uomo – Cosmo,
    Vol. III, Opera Omnia (LXIII) 2010, Jaca Book, Milano
  • Concordia e armonia (LXV) 2010, Mondadori, Milano
  • The Rhythm of Being. The Gifford Lectures (LXVI)
    2010, Marykmoll, New York, Orbis Books 
  • La religione, il mondo e il corpo (LXVII) 2010, Jaca Book, Milano
  • Marcelo Barros/ Raimon Panikkar / José M. Virgil: Per I molti camminidi Dio.
    Vol. 5- Verso una teología pluralista, interreligiosa, laica, planetaria,
    1/2012, Pazzini (in italienischer Sprache)
  • Alessandro Calabrese: Il paradigma accogliente. La filosofia interculturale in Raimon Panikkar. 1/2012, Mimesis
  • Luciano Mazzoni Benoni: Meditare con Raimon Panikkar come presi per mano
    3/2012, Gabrielli Editori

Samstag, 20. Januar 2018

Tunesien - Demokratie und Islam seit 7 Jahren (aktualisiert)


Festung (Ribat) von Monastir (Wikipedia)



Tunesien ist derzeit das einzige Land, dem es nach dem Arabischen Frühling gelang, eine demokratische Grundordnung zu etablieren. Diese gesellschaftliche Freiheit ist jedoch höchst gefährdet, weil sie den islamistischen Terrorgruppen, aber auch Salafisten ein besonderer Dorn im Auge ist. Das maghrebinische Land zeigt nämlich, dass sog. westlich-säkulare Werte und nordafrikanische Kultur ein freiheitliches Miteinander ermöglichen können. 


Ein dialogoffener Islam ist selbstverständlich Teil dieser Kultur, wie auch Judentum und Christentum. 

Man darf nicht vergessen, dass Nordafrika über Jahrhunderte auch von Zeugnissen griechischer und römischer Lebensart geprägt wurde. 


Zur gesellschaftlichen Entwickung in Tunesien



Es war darum ein beeindruckendes Zeichen der Weisheit des norwegischen Nobelpreiskomittees, den  Friedensnobelpreis 2015  dem "Quartett für den nationalen Dialog", zu verleihen. Es setzt sich besonders intensiv für Freiheit, Demokratie und Menschenwürde ein.

Die Süddeutsche Zeitung so auf den Punkt gebracht (SZ online, 09.10.2015):
"Tunesien und sein Staatsrettungs-Quartett geben eine Anleitung dafür, wie auch andere arabische Gesellschaften aus dem selbstzerstörerischen Kreislauf von religiösem Hass und Gewalt entkommen könnten. Der Friedensnobelpreis belohnt diese viel zu wenig beachtete Anstrengung und zeigt der ganzen Welt, wie tatsächlich geholfen werden kann in dieser Zerfallsregion. Friedenssicherung beginnt mit Prävention, heißt die Botschaft. Der Frieden bleibt dort erhalten, wo vorgesorgt wird und wo sich eine Gesellschaft selbst gegen den Zerfall stemmt."


Presseerklärung:



Zur Geschichte
Tunesien spielt für die arabische Welt eine wichtige Rolle, weil hier Islam und Demokratie eine kooperative Verbindung eingenangen sind. Es lohnt darum sehr die Geschichte Tunesiens seit der Unabhängigkeit genauer zu bedenken. Dazu verhilft besonders ein Buch von:
Larbi Chouikha, Éric Gobe: Histoire de la Tunisie depuis l’indépendance. 
Histoire, No. 658. Paris: La Découverte 2015, 128 p.

Histoire de la Tunisie depuis l'indépendance - Larbi CHOUIKHA, Éric GOBEAu début de 2011, en chassant du pouvoir un dictateur vieillissant, la Tunisie a été propulsée sur la scène médiatique internationale. Initiateur des « printemps arabes », ce petit pays donnait pourtant l’image d’un régime stable, certes dirigé par un despote, mais ouvert sur l’Occident. Cependant, la question de la succession du président Ben Ali amenait certains auteurs à s’interroger sur la durabilité d’un pouvoir largement fondé sur la coercition.
Ce livre apporte des clés pour comprendre la manière dont le régime autoritaire tunisien s’est construit, puis pérennisé, et a été remis en cause. Si le système politique instauré par le président Bourguiba (1956-1987) était sous-tendu par un projet de société modernisateur, celui du président Ben Ali (1987-2011) visait à transformer le pouvoir en un instrument d’accumulation de richesses économiques au profit d’un clan familial. La rupture introduite par la « révolution » de 2011 a ouvert la voie à un nouveau cycle politique.
Larbi Chouikha est professeur à l’Institut de presse et des sciences de l’information (université de la Manouba, Tunisie): Eric Gobe est directeur de recherche au CNRS (IRMC de Tunis). 


Man muss sich vergegenwärtigen: Die aufregenden Ereignisse der sog. Jasmin-Revolution 2010/2011 drohten bald wieder in Unterdrückung durch ultra-konservativ-religiöse Kräfte zu münden. Die Groupe d'Observatoire de la Tunésie (IFEX) und der tunesische PEN-Klub gaben 2012 darum als Mahnung und Aufruf  eine Anthologie zur Revolution heraus:
Pensées en cavales ( = Gedanken-Ausbrüche). Hier wehren sich Friedensaktivisten wie Schriftsteller, Dichter, Journalisten, Fotografen gegen Zensur, Verbote und Einschränkung der Meinungsfreiheit! Diese Menschen versuchen, den Repressionen zu widerstehen und die Barrieren in der Gesellschaft zu überwinden. 
Tunesien hat es nicht einfach: Es ist weiterhin im Inneren wie auch durch die Ereignisse beim Nachbarn Libyen mit islamistischen Terror bedroht. Es muss im Interesse der Völker auf der Nordseite des Mittelmeers sein, dass Tunesien eine Brücke des Friedens, der Freiheit und Verständigung zwischen Orient und Okzident bleibt.

Ergänzende Literatur
  • John Ruedy (eds.): Islamism and Secularism in North Africa.
    New York: St. Martin's Press 1994, XXII, 298 pp., index
  • Jacques Taïeb: Sociétés juives du Maghreb moderne (1500-1900).
    Un monde en mouvement. Préface de Michel Abitbol
    Paris: Maisonneuve & Larose 2000, 223 pp., index

Eine beeindruckende Erinnerung an den April 1914:Die Tunis-Reise der drei Maler 
Paul Klee, August Macke und Louis Moillet:

Die Reise führte von Tunis über St. Germain und Sidi Bou Said nach Hammamet und dann in die Wüstenstadt Kairouan, die durch auch als islamischer Wallfahrtsort berühmt ist.
Kultur, Landschaft und Architektur des Maghreb inspirierten diese Künstler so sehr, dass die Nachwirkungen bis heute als interkulturelles Schlüsselerlebnis anzusehen ist. Allerdings fand die Reise kurz vor Beginn des 1. Weltkriegs statt.  Paul Klee schrieb wahrscheinlich in einer gewissen Vorahnung in sein Tagebuch:  "Die Sonne von einer finsteren Kraft. Die farbige Klarheit am Lande verheißungsvoll."  Das klingt fast auch wie eine Botschaft für das Tunesien nach der Jasmin-Revolution.

--- Tunesische Reminiszenzen (Reinhard Kirste)
--- Vgl. Bericht in SPIEGEL online vom 02.12.2010 (mit aktuellen Fotos)
--- Ein Bildband zur Tunisreise (NDR-Rezension vom 20.06.2014)

Donnerstag, 18. Januar 2018

Interkulturelle und interreligiöse Lernorte in Frankreich

Kathedrale in Reims: Südwestliches Seitenportal



La riche histoire culturelle de la France et les multiples expressions de sa modernité offrent de nombreuses opportunités pour faire des expériences interculturelles et interreligieuses: villes, places, églises, temples, mosquées, synagogues et musées invitent à des rencontres «originales».








Die reiche Kulturgeschichte Frankreichs und die vielfältigen Ausdrucksformen seiner Moderne bieten zahlreiche Möglichkeiten des interkulturellen und interreligiösen Lernens: Städte, Plätze, Kirchen, Tempel, Moscheen, Synagogen und Museen laden ein zu "originalen" Begegegnungen.

Aufsuchen der LERNORTE (Ortseingabe, ggf. mit Straßenname)

    ORTE / Lieux von A-Z
    PARIS


     CC